Start der Befragung zum sozialen Zusammenhalt

In dieser Woche startet in den Ortschaften des Umsiedlungsstandortes Keyenberg, Kuckum, Ober-, Unterwestrich und Berverath (neu) sowie in Holzweiler, Venrath und Kaulhausen eine große Bewohnerbefragung.

Das Projekt verfolgt einen starken Beteiligungsansatz. Der Fragebogen wurde gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlich Tätigen aus den teilnehmenden Ortschaften erarbeitet. Er wird von Freiwilligen aus den Dorfgemeinschaften, Schützenbruderschaften und Fußballvereinen verteilt.

Auch die Abgabe der Fragebögen erfolgt unter dem Motto „Zusammenhalt“. Zusätzlich zu den Fragebögen werden an alle Haushalte Einladungsflyer verteilt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind eingeladen, den ausgefüllten Fragebogen im Rahmen einer lokalen Veranstaltung vorbeizubringen und mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern und den Verantwortlichen der Befragung ins Gespräch zu kommen. Alternativ dazu kann der Fragebogen in den jeweiligen Ortschaften abgegeben oder digital ausgefüllt werden. 

Hier gibt es Infos zu den lokalen Veranstaltungen im Umsiedlungsstandort, in Holzweiler und in Venrath-Kaulhausen.

Gelungene erste Fachtagung des Zweckverbands LANDFOLGE Garzweiler

Im Rahmen des Projekts „Zusammenhalt hoch drei“ hat der Verbundpartner Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler den ersten von drei geplanten Workshops durchgeführt. Im Alten Rathaus in Erkelenz kamen Akteure aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um gemeinsam über die Themenbereiche Daseinsvorsorge, Zusammenhalt und regionale Identität zu diskutieren. Für die inhaltliche Gestaltung der Veranstaltung war das Planungsbüro HJP Planer verantwortlich.

Nach Eröffnung der Tagung durch Herrn Volker Mielchen, Geschäftsführer des Zweckverbands LANDFOGLE Garzweiler, und Herrn Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter der Stadt Erkelenz, stellte Projektleiter Michael Kolocek das Projekt inhaltlich vor. Im Anschluss präsentierten drei externe Vortragende dem Publikum ihre Erfahrungen hinsichtlich der Erfolgsfaktoren und Herausforderungen bürgerschaftlich getragener Projekte. Heiko Stock, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Lautertal im Vogelsbergkreis, berichtete von seiner Arbeit in einem vom demographischen Wandel stark geprägten Raum. Er zeigte auf, wie erfolgreiche Dorfentwicklung durch die Verknüpfung verschiedener Förderprogramme und Projekte in einer Gesamtstrategie münden kann. Herr Stock stellte aber auch heraus, dass die jeweiligen Projekte konkrete und sichtbare Ergebnisse liefern müssen, um ein stabiles Engagement in den Dorfgemeinschaften aufrechtzuerhalten. Gregor Schneider veranschaulichte sehr offen anhand seiner Erfahrungen aus dem zwischen 2016 und 2019 in Weißwasser durchgeführten Forschungs-Praxis-Projekt „Kleinstadt gestalten“, an welche Grenzen auch innovative Projektideen und Ansätze stoßen können. Als letztes präsentierte Prof. Dr. Hildegard Schröteler-von Brandt von der Universität Siegen, wie die Digitalisierung als Instrument genutzt werden kann, um die Dorfentwicklung voranzutreiben und Herausforderungen in der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen zu meistern. Abschließend diskutierten alle Teilnehmenden die verschiedenen Erkenntnisse aus den vorgestellten Projekten und tauschten sich über die Übertragbarkeit auf das Projekt „Zusammenhalt hoch drei“ aus.

AESOP-Konferenz in Tartu, Estland (25.-29.07)

Vor einem internationalen Fachpublikum hat Projektmitarbeiter Felix Leo Matzke vom ILS auf der AESOP-Konferenz erste Erfahrungen aus dem Projekt Zusammenhalt³ vorgestellt. AESOP ist die größte europäische Organisation von Raumplanungslehrenden und ‑forschenden, die im jährlichen Rhythmus Fachkonferenzen in wechselnden Städten veranstaltet. Die diesjährige Tagung fand unter dem Motto „räumlicher Gerechtigkeit“ in Tartu, Estland statt.

An dem Vortrag zu Zusammenhalt³ interessierte das Publikum insbesondere, was für eine Meinung die Bewohnerinnen und Bewohner über RWE und die Zukunftsplanungen eines Sees haben. Weiterhin kam die Frage auf, ob und wie die Dörfer, die jetzt erhalten bleiben werden, als Vorbild für andere Dörfer dienen können, die von einer schrumpfenden Bevölkerungsentwicklung betroffen sind. Von zentralem Interesse war jedoch vor allem die Position des Dorfmanagers. Fragen waren unter anderem: Woher kam die Idee eines Dorfmanagers? Welche Fähigkeiten benötigt er? Und wird er von der Bevölkerung akzeptiert?

Hier klicken für weitere Informationen zur Konferenz

Konferenz in Belgien: Vorstellung erster Projektergebnisse (04.-08.07)

Projektleiter Michael Kolocek hat auf der diesjährigen Konferenz der International Association on Planning, Law, and Property Rights (PLPR) in Ghent, Belgien Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt vorgestellt. Unter dem Vortragstitel “Brown coal mining in the Rhineland – how the view on planning, law and property rights changed” erläuterte Michael einem internationalen Fachpublikum, wie der Umsiedlungsprozess in Garzweiler vonstattenging. Hierbei nahm er auch kritisch Stellung zum berühmten „Garzweilerbeschluss“ des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahre 2013 (1 BvR 3139/08).

Weitere Infos zu PLPR und zur Konferenz erhalten Sie über die untenstehenden Links.

http://plpr-association.org/

https://arch.kuleuven.be/plpr-2022

Begleit-Konferenz in Berlin (13.-14.06.)

Zusammen haben die Verbundpartner des Zweckverbands LANDFOLGE Garzweiler, vertreten von Geschäftsführer Volker Mielchen, die Stadt Erkelenz mit Dorfkümerer Alexander Arnold und das ILS in Person von Felix Leo Matzke das Projekt Zusammenhalt³ auf der Begleitkonferenz der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ und „Regionen innovativ – Kreislaufwirtschaft“ repräsentiert. Die vom Deutschen Institut für Urbanistik (difu) und dem Institut für Raum & Energie organisierte Veranstaltung fand in Berlin statt und hatte zum Ziel, dass die geförderten Projekte die Möglichkeit erhalten, sich untereinander zu vernetzen und über Themen wie Aktivierung und Beteiligung oder das Rollenverhältnis zwischen Wissenschaft und Kommunalverwaltung auszutauschen. Zunächst stellten sich alle 17 geförderten Projekte in einem Staffellauf vor. Danach wurde in parallelen Workshops zu unterschiedlichen Themen diskutiert. Zusätzlich waren auch bereits abgeschlossene Projekte aus früheren Förderphasen eingeladen, um mit etwas zeitlichen Abstand auf die Erfolge und Herausforderungen der Projektlaufzeit zurückzublicken. Nächstes Jahr wird die jährlich abgehaltene Begleit-Konferenz in Jena stattfinden.

Reallabor-Konferenz in Karlsruhe (02.-03. Juni)

Unter dem Titel „Umgang mit Konflikten im Reallabor“ hat Felix Leo Matzke von der ILS Research auf der vom Karlsruher Transformationszentrum organisierten Tagung „Nachhaltig wirken: Reallabore in der Transformation“ von den bisherigen Erfahrungen aus dem Projekt Zusammenhalt³ berichtet. Die Veranstaltung wurde sowohl von Forschenden als auch Praxisakteuren genutzt, um Reallabor-Projekte aus einem breiten Spektrum an Themenfeldern vorzustellen, die versuchen, auf ökologische, soziale oder auch technische Fragestellungen Lösungen zu finden. Der Beitrag zum Projekt Zusammenhalt³ stieß auf hohes Interesse und zog zahlreiche Fragen zur Position des Dorfkümmerers, der existenziellen Frage des Heimatverlusts sowie zur Einbindung der Betroffenen nach sich.

Klicken Sie hier, für weitere Informationen zu der Konferenz.

Erster Workshop mit Vertreter:innen der Bewohnerschaft

Am 31. Mai 2022 organisierte die ILS Research unterstützt durch die Stadt Erkelenz einen ersten „Fragebogen-Workshop“ mit sogenannten „Schlüsselfiguren“ aus dem Raum Erkelenz. Bei den Schlüsselfiguren handelt es sich um Menschen, die ehrenamtlich für verschiedene Vereine und Organisationen tätig sind und ein großes Interesse an der Gestaltung der Zukunft ihrer Ortschaften, ihrer Stadt und dem Rheinischen Braunkohlerevier haben. Ziel des Workshops war die Erarbeitung eines Fragebogens, der als Grundlage zur Untersuchung und später dann zur Stärkung des Zusammenhalts in den teilnehmenden Ortschaften dienen soll. In angenehmer informeller Atmosphäre lernten die Teilnehmenden die Eckpfeiler des Projekts näher kennen und artikulierten ihre Interessen und Wünsche. Verschiedene Fragemöglichkeiten und Themen wurden besprochen. Auch das weitere Vorgehen, vor allem die organisatorischen Fragen bei der Durchführung der Befragung sowie zukünftige Formate zur gemeinsamen Ergebnisinterpretation standen auf der Agenda. Noch im Sommer wollen sich die Teilnehmenden zu einer zweiten Runde treffen und ihre ersten Ideen konkretisieren.